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Was haben Barbie, Instagram und ein Gedicht von Ingeborg Bachmann gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig – auf den zweiten offenbaren sie viel über uns als Gesellschaft. In diesem Seminar soll sich der Kultursoziologie über drei Medien angenähert werden, die den Alltag der Moderne und Spätmoderne prägen: Film, Literatur und Bild. So dreht sich das Seminar um Fragen, wie die, was ein Horrorfilm über politische Ängste sagt, wie ein Roman soziale Klassen spiegelt und warum ein Selfie mehr ist als bloß ein Bild.
Kultursoziologie ermöglicht es, die Welt nicht nur zu wahrzunehmen, sondern auch zu deuten – mit geschärftem Blick für Sinn, symbolische Machtverhältnisse und ästhetische Formen. Die Theorien von Andreas Reckwitz, Walter Benjamin, Pierre Bourdieu oder Martina Löw helfen dabei, das scheinbar Selbstverständliche neu zu sehen. Sie zeigen: Ein Film ist nie nur Unterhaltung, ein Gedicht nie nur schön, ein Bild nie nur Oberfläche.
Über den Semesterverlauf werden mit Klassikern wie Metropolis oder Caligari gearbeitet, es wird aber auch einen Blick auf aktuelle Phänomene geworfen: virale TikToks, Netflix-Ästhetiken, Buchpreis-Kontroversen oder KI-generierte Bilder. Gemeinsam wird dabei analysiert, diskutiert, betrachtet und gelesen – und vor allem: Gelernt, wie soziale Wirklichkeit durch kulturelle Ausdrucksformen geformt, reflektiert und kritisiert wird.
Neben den thematischen Sitzungen besteht das Seminar auch aus kleinen Exkursionen und Begegnungen: So ist obligatorischer Teil der Lehrveranstaltung der gemeinsame Besuch einer Filmvorführung, die Erkundung einer Photoausstellung, die Diskussion mit einem Maler und die Teilnahme an einer literarischen Lesung/ einem Gespräch zwischen Soziologie und Literatur – um Theorie und Praxis, Analyse und sinnliche Erfahrung miteinander zu verbinden.
Dieses Blockseminar ist eine Einladung, Populäres und Poetisches mit neuen Augen zu sehen – und mit soziologischem Denken in die Tiefe zu gehen. Bereitschaft zur intensiven Lektüre und aktiven Teilnahme am Seminar wird erwartet.
Die pdf- Dateien Essays und der Exzerpte sind jeweils montags (23.59 Uhr) vor der Sitzung auf Moodle hochzuladen. |