| Kommentar |
Faschisierung ist zunehmend globale Realität und auch in der medialen Auseinandersetzung allgegenwärtig. Immer öfter wird nicht mehr nur von Populismus und Autoritarismus gesprochen, sondern eben von der Bewegung und Ideologie, an dessen Ende nicht nur die Zerstörung des politischen Gegners steht, sondern – im Zuge der von rechts forcierten Leugnung von Klimawandel – des Lebens ganz generell. Mit diesem neuen Faschismus – so scheint es – sind wir aufgefordert, zu verstehen, dass der Kapitalismus vom Tod lebt und der Mensch von der Lust an seinem Untergang (Gandesha 2020). Was sind die affektiven Bedingungen und soziomedialen Verhältnisse, die Faschismus haben virulent und zum Milieu werden lassen, sodass der Eindruck entsteht, es gäbe einen Prompt, also eine Anweisung, die Welt dem Niedergang zu weihen?
Sofern ein Prompt nicht nur eine Anweisung ist, die einer Künstlichen Intelligenz gegeben wird, um eine bestimmte Ausgabe zu erzeugen, sondern der Wunsch, etwas anzuregen, stellt sich die Frage nach dem Begehren. Unter dem Stichwort „Prompting Fascism“ widmet sich die Ringvorlesung der Frage, welche affektiven Bedingungen die Eingabe motivieren, deren Ausgabe Faschismus ist.
Der Prompt dient dabei jedoch nicht nur als Denkfigur. Er verweist direkt darauf, inwiefern der neue Faschismus in der Logik generativer Technologien verstanden werden kann, deren Merkmal die Absenz von Menschen bzw. die Dehumanisierung durch zum Beispiel die Entwertung menschlicher Arbeit ist, insbesondere entlang der Achsen Geschlecht, Race, Klasse und Ability (Watkins 2025). KI wird daher als Medium des Faschismus im Fokus der Vorlesung stehen. Wenn KI dabei als mediales Verhältnis betrachtet wird, das den Menschen bzw. die menschliche Arbeit wie auch Klimagerechtigkeit für verzichtbar erklärt, gerät wiederum der Prompt und das sich mit dem Prompt vermittelnde Begehren nach KI und deren Ausgabe kritisch in den Blick.
15.10.25, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Auftaktveranstaltung in Präsenz, verpflichtend für Studierende, die die RVL besuchen
16.10.25, 18 Uhr, Zentrum für Antisemitismusforschung, Kaiserin-Augusta-Allee 104, KAI 1315 Patrick Eiden-Offe // Was ist Faschisierung? Einige theorie- und begriffshistorische Vorüberlegungen* hybrid, dt., https://tu-berlin.zoom-x.de/j/61575474017?pwd=vV2oNthbHykjQXQ3bSCVL9KiPwCbbr.1
21.10.25, 18 Uhr // Haus der Kulturen der Welt Berlin, Safi Faye Hall Suraj Milind Yengde // Woke Fascism: Lessons from the anti-caste movement for a new politics of our times** in Präsenz, engl.
29.10.25, 18 Uhr // Haus der Kulturen der Welt Berlin Ausstellungsbesichtigung „Global Fascisms" in Präsenz, nur für Studierende, die die RVL besuchen
12.11.25, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Paul Feigelfeld // The Dork Enlightenment. Warum die Medientheorie schuld am Technofaschismus ist in Präsenz, dt.
19.11.25, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Mary Shnayien // Radikalisierte Un/Endlichkeiten in Präsenz, dt.
26.11.25, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Ramon Amaro // tbc*** in Präsenz, engl.
3.12.25, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Nisaar Ulama // Das Phantasma der reinen Sprache in Präsenz, dt.
6.12.25, 19 Uhr // Haus der Kulturen der Welt Berlin, Safi Faye Hall Xine Yao // A Feminist Killjoy Through a Gauze Darkly** in Präsenz, engl.
17.12.25, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Katrin Köppert // Präemptiver Faschismus. KI als Medientheorie der Faschisierung? in Präsenz, dt.
7.1.26, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Simon Strick // Faschisierung als Plattform: Ungleichzeitigkeit und Reaktion hybrid, dt., https://tu-berlin.zoom-x.de/j/61575474017?pwd=vV2oNthbHykjQXQ3bSCVL9KiPwCbbr.1
14.1.26, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Sevda Can Arslan // ‚Laut Polizeiangaben‘: Faschisierungstendenzen in der Berichterstattung über Polizeigewalt in Präsenz, dt.
21.1.26, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Sara Morais dos Santos Bruss // AI Slop Summer: Automatisierung, Disaffizierung, Faschisierung in Präsenz, dt.
28.1.26, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Jasmin Degeling // Diffraktiver Antifaschismus in Präsenz, dt.
4.2.26, 18 Uhr // Medientheater, Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin Abschlussitzung in Präsenz, nur für Studierende, die die RVL besuchen |
| Bemerkung |
Die Öffentliche Ringvorlesung mit Vorträgen in deutscher und englischer Sprache findet bis auf wenige Ausnahmen mittwochs, 18-20 Uhr statt.
Mit: Ramon Amaro (tbc), Sevda Can Arslan, Jasmin Degeling, Patrick Eiden-Offe, Paul Feigelfeld, Katrin Köppert, Sara Morais dos Santos Bruss, Mary Shnayien, Simon Strick, Nisaar Ulama, Xine Yao, Suraj Milind Yengde
Organisiert von Katrin Köppert
In Kooperation mit DFG Forschungsnetzwerk „Gender, Medien und Affekt“
* im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Faschisierung – analytische Perspektiven, Schauplätze, Gegenstrategien“
** im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung Global Fascisms am Haus der Kulturen der Welt (HKW) Berlin in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Forschungsprojekt Digital Blackface. Rassisierte Affektmuster des Digitalen (gefördert von VolkswagenStiftung).
*** in Kooperation mit Bard College Berlin, Harun Farocki Institut, Berliner Programm Künstlerische Forschung
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