| Kommentar |
Das ökologische Projekt ist stark ins Hintertreffen geraten: Die Klimabewegung zeigt erhebliche Erschöpfungssymptome. Die organisierten Gegenspieler weitergehender Klimamaßnahmen haben sich vorerst in vielen Teilen durchgesetzt. Aber wieso treffen eigentlich die Deutungsangebote, die ökologische Politik als Autoritarismus, Terrorismus, als Zwang, Überbelastung oder Dilettantismus rahmen, auf fruchtbaren Boden? In diesem Lehrforschungsprojekt loten wir die Resonanz und Reaktanz in der Bevölkerung zur sozialökologischen Transformation aus, um Rückschlüsse für die möglichen Entwicklungspfade in die kommende Gesellschaft zu ziehen.
Dafür verbinden wir zeitdiagnostische, politikökonomische, gesellschafts- und konflikttheoretische Perspektiven (Blühdorn, Wagner, Charbonnier, Staab, August, Dörre) mit einer umfassenden empirischen Analyse. In der empirischen Arbeit untersuchen wir die Vorstellungen von und Kritik an Politik und Gesellschaft, die Ideen von gelingendem Leben und sozialem Wandel in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Dazu designen und erheben wir gemeinsam qualitative Interviews, werten sie aus und setzen sie zur Theorie in Bezug. Welches moralische und politische Orientierungswissen leitet Handwerker:innen, Landwirt:innen oder Dienstleistungsangestellte in ihren Haltungen zur ökologischen Transformation an? Gibt es einen ‚grünen Geist des Kapitalismus‘? Und welche Allianzen zeichnen sich in Streit um die kommende Gesellschaft ab?
Auf Basis unserer Lektüren und Studien diskutieren wir die Machbarkeit und Aussichten einer ökologischen Transformation: Welche Pfade sind wahrscheinlich? Welche Konflikte erwarten uns? – Und wie setzt man die theoretischen und empirischen Erkenntnisse ganz praktisch in gute akademische Texte um? |