Wer irrational ist, der ist in einer bestimmten Hinsicht kritikwürdig. Beispiele gibt es zuhauf: Irrational ist, wer glaubt, dass alle Menschen sterblich sind, dass Sokrates ein Mensch ist, und dass Sokrates unsterblich ist. Irrational ist, wer davon überzeugt ist, dass er aufstehen sollte, aber keine Anstalten macht, dies zu tun. (Und so weiter.) In charakteristischen Fällen von Irrationalität liegen Inkohärenzen vor – z. B., wenn unsere Überzeugungen darüber, was der Fall ist, nicht zueinander passen, oder wenn unsere Überzeugungen darüber, was wir tun sollten, nicht zu unseren Absichten oder unseren Handlungen passen.Welche Formen von Irrationalität lassen sich im Einzelnen unterscheiden? (Wie) hängen sie zusammen? Und, nicht zuletzt: Inwiefern ist Irrationalität kritikwürdig – warum (wenn überhaupt) sollte man anstreben, den Standards der Rationalität zu entsprechen? Diese Fragen berühren unmittelbar unser Selbstverständnis als grundsätzlich vernünftige Wesen, und sie sind Gegenstand einer intensiven Diskussion in der aktuellen philosophischen Fachliteratur. Zentrale Beiträge zu dieser Diskussion werden Ausgangspunkt unserer Seminararbeit sein.
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