Was schulden wir zukünftigen Personen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Elizabeth Finneron-Burns in ihrer kürzlich erschienenen Monographie zur intergenerationalen Ethik. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen bildet dabei die Einsicht, dass gegenwärtige Personen mit ihrem Verhalten nicht nur die Lebensqualität zukünftiger Personen beeinflussen können, sondern auch wer diese Personen sein werden und wie viele es von ihnen geben wird. Aus diesem Umstand ergeben sich eine Reihe herausfordernder ethischer Problemstellungen: Wann ist es überhaupt moralisch zulässig, jemanden in Existenz zu bringen? Sollten wir dafür sorgen, dass es so viele zukünftige Personen wie möglich gibt, oder wäre es auch erlaubt, das Aussterben der Menschheit zuzulassen? Und wie werden solche Überlegungen davon beeinflusst, dass wir uns letztlich nie sicher sein können, wie zukünftige Personen von unserem Verhalten betroffen sein werden? In ihrer Monographie adressiert Finneron-Burns diese und andere Fragen aus einer dezidiert kontraktualistischen Perspektive. Kernidee dieses theoretischen Ansatzpunktes ist die Annahme, dass sich das richtige Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen danach bestimmt, was wir tun müssten, um uns ihnen gegenüber persönlich rechtfertigen zu können. Im Seminar werden wir uns mit Finneron-Burns' zugehörigen Überlegungen kritisch auseinandersetzen, um so nicht nur ein tieferes Verständnis zukunftsethischer Fragestellungen zu gewinnen, sondern auch des theoretischen Potentials, das der Kontraktualismus in diesem Kontext bietet.
Da What We Owe to Future People ausschließlich auf Englisch verfügbar ist, setzt die Teilnahme am Seminar die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte voraus. In digitaler Version steht das Buch über das HU-Netz frei zur Verfügung. (Link)
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