Auch im 20. und 21. Jahrhundert kann die Predigt ein wichtiges Medium öffentlicher Kommunikation sein, und zwar weltweit. Sie kann ein Teil der unterschiedlichsten weltanschaulichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen sein: Predigten positionieren sich zustimmend oder ablehnend zu Krieg und Gewalt (Kriegspredigten; Predigten z.Zt. der RAF), befördern oder kritisieren Rassismus (Dutch Reformed Church in Südafrika vs. Desmond Tutu oder Martin L. King) und Nationalismus (manche Berliner Domprediger), treten für die Rechte von marginalisierten Gruppen ein (Clemens August Graf von Galen, Mariann Budde) oder unterstützen eine Einschränkung dieser Rechte (Charles Coughlin) und stellen sich auf die Seite des Kapitalismus (Billy Graham) oder bekämpfen diesen (Dorothee Sölle; Oskar Roméro). Kurz – Predigten können machtvoll in weltanschauliche und soziale Konflikte eingreifen, und zwar zwischen Protest und Propaganda, Kritik und Affirmation. Wir wollen in diesem Seminar ausgewählte Predigtpersonen und deren „politischen Predigten“ genauer kennenlernen, deren religiöse und ideologische Themen analysieren sowie die performativen, rhetorischen und medialen Strategien rekonstruieren. Zugleich wollen wir uns mit Konzepten zur Beschreibung von „Protest“, „Propaganda“, „Medialität“ und „Weltanschauung/Ideologie“ auseinandersetzen
Wird über Moodle zur Verfügung gestellt.
Erwartet wird eine sorgfältige Lektüre der Texte und Mitarbeit im Seminar.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gebeten, sich im entsprechenden Moodle-Kurs anzumelden (Einschreibeschlüssel: PropagandaPredigt).
Prüfungen sind möglich nach Maßgabe der Studienordnungen.
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