Angesichts sich zuspitzender Umwelt- und Klimakrisen gewinnen Böden in Städten zunehmend an Bedeutung und Aufmerksamkeit. In diesem Seminar setzen wir uns aus anthropologischer Perspektive mit den politischen Implikationen von Mensch-Boden-Verhältnissen in städtischen Räumen auseinander. Dabei wenden wir uns dem Erdreich nicht als Hintergrund oder Plattform menschlicher Aktivitäten zu, sondern als mehr-als-menschlichem Lebensraum, Medium und vielfältige Forschungspartner*in. Anhand ethnografischer und interdisziplinärer Zugänge behandeln wir beispielsweise folgende Fragen: Wie wird Erde genutzt, hergestellt und gepflegt? Wie schreiben sich kapitalistische und koloniale Praktiken in Böden ein? Welche Lebensformen und Stoffe finden wir im und rund um den Boden? Wie wandelt sich Boden? Wer oder was gedeiht oder profitiert, und wie? Wer oder was wird wie verdrängt, geschädigt oder zerstört?
Das Seminar verbindet wissens- und umweltanthropologische Ansätze mit den Science and Technology Studies sowie feministischen und dekolonialen Theorien. Studierende werden angeleitet, eigenen Beziehungen zum Erdreich nachzugehen, lokale Umgebungen wie etwa den Innenhof und die Nachbarschaft des Instituts für Europäische Ethnologie gemeinsam explorativ zu erkunden und die Ergebnisse in Auseinandersetzung mit aktueller Forschungsliteratur zu diskutieren.
Das Seminar findet zweiwöchentlich statt. Bei Fragen zur Barrierefreiheit wenden Sie sich bitte direkt per E-Mail an die Lehrveranstaltungsleiterin. Weitere Details werden zu Semesterbeginn bekannt gegeben.
Alle in Studienordnung vorgesehenen Prüfungsformate werden angeboten.
Prüfungen werden in beiden Prüfungszeiträumen abgenommen.
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