Der Streit um die Willensfreiheit zwischen Erasmus von Rotterdam und Martin Luther Mitte der 1520er Jahre gehört zu den wichtigsten Auseinandersetzungen der Kirchengeschichte. Hier geht es nicht nur um eine theoretische Einzelfrage, sondern um das Grundverständnis des Christentums. Im Seminar werden Erasmus ‘De libero arbitrio’ von 1524 und Luthers ‘De servo arbitrio’ von 1525 erarbeitet und in die Geschichte von Humanismus und Reformation eingeordnet. Leitend ist die Frage nach dem Wesen des Christentums, zugleich werden auch die vordergründig verhandelten Fragen von Willensfreiheit, Gotteslehre oder Schriftautorität analysiert. Wegen seines größeren Umfangs und seiner Themenbreite wird die Schrift Luthers ausführlicher behandelt als die des Erasmus. Zusätzlich wird am Ende des Seminars noch Luthers Qohelet-Vorlesung von 1526 einbezogen, um zu sehen, was sein Verständnis des Wesens des Christentums für das Alltagsleben bedeutet. Als Textgrundlage dienen lateinisch-deutsche Studienausgaben beider Werke. Für die Erarbeitung wichtiger Passagen wird bei Interesse der Teilnehmenden eine begleitende Übersetzungsübung auf Zoom angeboten.
https://wittenbergcenter.de/martin-luther-de-servo-arbitrio; Lutherjahrbuch 92, 2025
Voraussetzung: Proseminar Christentumsgeschichte
Alle in den Studien- und Prüfungsordnungen vorgesehenen Prüfungsleistungen können erbracht werden.
Die Veranstaltung wurde 8 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden: