Seit der Französischen Revolution hat die Religionsgeschichte Europas erheblich an Dynamik gewonnen: Die Spielräume, auch öffentlich etwas anderes zu praktizieren als die jeweils dominierende Variante des Christentums, haben sich zunehmend vergrößert - zunächst nur für begrenzte Zeit in einzelnen Staaten; ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch dauerhaft durch die Verankerung von Religionsfreiheit in Verfassungen. So konnte die Rekonstruktion von antiken europäischen Kultpraktiken öffentlich sichtbar werden, Esoterik und Okkultismus konnten sich in Vereinigungen organisieren, und auch große Religionstraditionen aus anderen Teilen der Welt wie Buddhismus und Islam konnten für sich werben und öffentlich sichtbare Gebäude errichten. Daneben erweiterte sich allmählich der rechtliche Spielraum für einen Diskurs über Religionslosigkeit und Atheismus.
Die religionswissenschaftliche Vorlesung gibt einen Überblick über die wichtigsten Trends in diesem Zeitraum und setzt dabei eine bereits vorhandene Befähigung zu religionswissenschaftlichem Arbeiten voraus (erworben z. B. im Basismodul RW-IT).
Günter Lanczkowski, Religionsgeschichte Europas, 1971; Hans G. Kippenberg, Die Entdeckung der Religionsgeschichte. Religionswissenschaft und Moderne, 1997; Christoph Elsas, Religionsgeschichte Europas. Religiöses Leben von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart, 2002; Hans G. Kippenberg u. a. (Hg.), Europäische Religionsgeschichte, Bd. 2, 2009; Kocku v. Stuckrad, The Scientification of Religion. An Historical Study of Discursive Change, 1800-2000, 2014.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Kursschlüssel für moodle wird in der ersten Sitzung mitgeteilt.
Neben den Modulabschlussprüfungen zu den im Titel aufgeführten Modulen kann im Anschluss an die Vorlesung eine Vorlesungsprüfung oder eine vorgezogene Examensprüfung abgelegt werden.
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