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Indogermanistik und Ideologie - Detailseite

Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 5220051Ü
Semester SoSe 2026 SWS 2
Rhythmus keine Übernahme Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfristen - Eine Belegung ist online erforderlich ÜWP: Zentrale Frist    01.02.2026 - 03.05.2026   
Beschreibung :
Falls Sie in den Belegungsinformationen zu dieser Lehrveranstaltung (Meine Veranstaltungen) ab dem 11.04.2026 noch den Status "AN" bzw. "angemeldet" sehen, dann wurden Sie auf einer Nachrückerliste vorgemerkt, da die vorgesehene Platzzahl bereits erreicht ist.

Die Anmeldung ist grundsätzlich bis zum 30.4.2026 möglich. Eine Vergabe der frei gewordenen Plätze wird bis dahin wöchentlich erfolgen.
Zentrale Abmeldefrist    01.02.2026 - 30.09.2026    aktuell
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Gebäude Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Di. 12:00 bis 14:00 wöch 1.102 (Seminarraum)
Stockwerk: 1. OG


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Universitätsgebäude am Hegelplatz - Dorotheenstraße 24 (DOR 24)

Außenbereich eingeschränkt nutzbar Innenbereich nutzbar Parkplatz vorhanden Barrierearmes WC vorhanden Barrierearme Anreise mit ÖPNV möglich
Roth findet statt     20
Gruppe 1:


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Roth, Theresa Maria, Professorin, Dr. phil.
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät, Institut für deutsche Sprache und Linguistik
Inhalt
Kommentar

In der Geschichte der Indogermanistik gab und gibt es immer wieder missbräuchliche Verknüpfungen wissenschaftlicher Themen mit ideologischen Weltbildern, oft auch als Teil politischer Agenden. Diese Verknüpfungen haben oft identitätsbezogene Hintergründe, indem aus der (Vor-)Geschichte einer Sprechergemeinschaft eine historische Legitimation von deren sozialer und oft auch machtpolitischer Überlegenheit konstruiert wird. In vielen Fällen gehen solche ideologischen In-Dienst-Nahmen nicht von den Vertreter:innen der Disziplin selbst aus; allerdings gibt es prominente historische Beispiele, in denen sich Indogermanisten zum Steigbügelhalter des nationalsozialistischen Regimes gemacht haben, indem sie nationalistische oder faschistische Narrative mit (pseudo-)fachlichen Begründungen unterstützt haben. Wir werden im Seminar insbesondere am Beispiel der „Ariertheorie“ untersuchen, warum und in welchen Bereichen indogermanistische Themen ideologisch ausgebaut wurden und dabei auch in den Fokus nehmen, wie die betreffenden Ideen wissenschaftlichen Standards widersprechen. Darüber hinaus werden aktuellere Beispiele von nationalistisch motivierten Theorien und die Auseinandersetzung mit ihnen innerhalb der Fachcommunity besprochen. Ziel ist es dabei auch, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Gefahren von der Politisierung wissenschaftlicher Themen ausgehen kann und welche Verantwortung die Fachcommunity bei der Kontrolle von Standards wie Objektivität, methodischer und fachlicher Korrektheit sowie wissenschaftlicher Unabhängigkeit übernimmt und übernehmen muss.

Literatur

Junginger, Horst. 2008. „From Buddha to Adolf Hitler: Walther Wüst And The Aryan Tradition“. In ders. (Hrsg): The Study of Religion under the Impact of Fascism. Leiden: Brill, 105–177.
Wiedemann, Felix. 2017. „The Aryans: Ideology and Historiographical Narrative Types in the Nineteenth and Early Twentieth Centuries“. In Roche, H., & Demetriou, K. N. (Hrsg.): Brill’s Companion to the Classics, Fascist Italy and Nazi Germany. Leiden: Brill, 31–59.

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin