Wir befassen uns mit der Übergangszeit des Lateinischen zu den romanischen Sprachen. Unser Hauptaugenmerk gilt einem Zeitraum, den wir grob ab etwa 200 n.Chr. bis um etwa 600, mit einem Ausblick Richtung 800 n.Chr. ansetzen wollen – d.h., von den ersten deutlichen Abweichungen vom klassischen Latein in den schriftlichen Quellen bis zur endgültigen Herausbildung der romanischen Sprachen. Von der Warte der klassischen Latinität aus gesehen, handelt es sich um eine Zeit des ‘Niedergangs’ der lat. Literatur; die Quellen überliefern viel ‘barbarisches’ Latein. In dieser Zeit findet erstens, ganz konkret, eine Reihe von Sprachwandelvorgängen statt. Zweitens werden in den Quellen jetzt auch längst vorhandene Züge der tatsächlich gesprochenen lateinischen Umgangssprache sichtbar, des Latein ‘von der Straße’ – Merkmale, die in der von der Literatursprache dominierten klassischen und nachklassischen Zeit (der sog. ‘goldenen’ und ‘silbernen’ Latinität) kaum zu greifen sind. Diese Umgangssprache, der sermo vulgaris, ist es jedoch, aus der sich die romanischen Sprachen entwickeln.In der Betrachtung von Besonderheiten der Phonologie, Morphologie und Syntax und nicht zuletzt der Lexik gilt unser besonderes Interesse den Erscheinungen, die auf die romanischen Sprachen vorausweisen.Hierzu werden wir möglichst verschiedenartige Texte lesen: u.a. pompeianische Inschriften, Grammatikervorschriften, Auszüge aus Reiseliteratur und medizinische Rezepte.Literatur wird in der Veranstaltung ausgegeben.
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