Seminar 2:Sprachideologien, Sprachwahrnehmung und sprachliche Variation
Dieses Seminar untersucht, wie sprachliche Variation wahrgenommen, bewertet und sozial eingeordnet wird. Im Mittelpunkt stehen Sprachideologien und Sprachwahrnehmung: Welche Vorstellungen haben Menschen von „guter“, „richtiger“ oder „angemessener“ Sprache? Wie entstehen Bewertungen von Dialekten, Akzenten, Mehrsprachigkeit oder nicht-standardsprachlichen Formen und wie wirken sie sich im schulischen Kontext aus? Ausgehend von soziolinguistischen Ansätzen analysieren wir, wie sprachliche Variation mit sozialen Kategorien wie Herkunft, Bildung oder Professionalität verknüpft wird. Ein Schwerpunkt wird dabei auf sprachliche Erwartungen, Bewertungspraktiken und deren Bedeutung für Chancengleichheit und Inklusion in der Schule gelegt. Ziel des Seminars ist es, ein fundiertes Verständnis für sprachliche Vielfalt zu entwickeln und dieses Wissen im schulischen Kontext professionell und reflektiert anzuwenden. Die Bereitschaft zur Arbeit mit englischsprachiger Forschungsliteratur wird vorausgesetzt.
Seminar 3 und 4: Variation und Wandel im soziohistorischen Kontext
Sprachwandel und -variation sind sowohl durch inner- als auch außersprachliche Einflüsse bedingt, wobei in diesem Seminar insbesondere letztere im Vordergrund stehen werden. Zum einen ist Sprache ein zutiefst soziales Phänomen. Zum anderen ist Sprache ein historisches Phänomen, das sich in der zeitlichen Dimension stetig verändert. Soziolinguistische und historische Einflüsse haben somit über einen langen Zeitraum hinweg für die Ausprägung der heutigen deutschen Gegenwartssprache mit all ihren vielfältigen Ausformungen gesorgt.
In diesem Seminar sollen zunächst Grundlagen vermittelt und ein Überblick über die deutsche Sprachgeschichte gegeben werden. Im Anschluss daran werden wir Variation und Wandel im Sprachsystem näher betrachten sowie soziolinguistische Faktoren in den Blick nehmen, und zwar immer auch vor dem Hintergrund der sprachgeschichtlichen Entwicklungen. Hier sollen zudem konkrete Varietäten und Stile des Deutschen vorgestellt werden.
Das Lernziel des Seminars besteht im Wesentlichen darin, sprachliche Variation soziolinguistisch einordnen zu können und die Gegenwartsprache als etwas „Gewordenes“ und als Konglomerat vielfältiger Varietäten/Stile zu begreifen.
Seminar 5 "Berlinisch im Wandel"
Ick sitze da un esse Klops, mit eenmal klopt’s. Ick kieke hoch un wundre mir. Mit eenmal jeht se uff, die Tür. (…) Diesen Kinderreim kennen viele Berliner Dialektsprecher*innen (noch). Wer aber spricht heutzutage noch Berlinisch? Was ist typisch berlinisch, was eher umgangssprachlich?
In dem Seminar werden die klassischen sprachgeschichtlichen Veränderungen im Lautsystem der deutschen Dialekte ebenso wie syntaktische und lexikalische Besonderheiten besprochen – auch anhand von Datenerhebungen aus dem 19. und 20. Jh.
Die Bezugnahme auf wichtige Etappen der Stadtgeschichte verdeutlicht zudem, dass Berlinisch immer schon von verschiedenen Varietäten geprägt war. Kleinere Stadtexkursionen sind vorgesehen, für deren Vorbereitung und Durchführung auch die einigermaßen regelmäßige Präsenz Voraussetzung ist.
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