Papst Gregor der Große (590–604), der im 13. Jahrhundert als vierter „Kirchenlehrer“ nach Ambrosius, Hieronymus und Augustinus gekürt wurde, hat sowohl die Exegese als auch die Seelsorge, die Pastoraltheologie und die Kirchenpolitik entscheidend geprägt. Er setzte sich unter anderem für Arme ein und plädierte für Mäßigung in den jüdisch-christlichen Verhältnissen.
Im Proseminar werden anhand exemplarischer Quellentexte aus dem Werk Gregors des Großen (Moralia in Iob, Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum, Liber regulae pastoralis und Briefe) zentrale Themen der Christentumsgeschichte an der Schwelle zwischen Antike und Mittelalter untersucht. Dabei werden grundlegende methodologische Kompetenzen im Umgang mit historischen Quellen vermittelt und erprobt. Welche Absichten stehen hinter bestimmten Erzählungen und literarischen Genres? Wie lassen sich Abgrenzungsstrategien und polemische Intentionen erkennen und bewerten? Anhand solcher Fragestellungen bietet das Proseminar eine Einführung in die kirchenhistorische Arbeit und einen Einblick in eine vielfältige Epoche der Christentumsgeschichte.
Die Literatur wird über den Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt.
Teilnahmevoraussetzung: Latinum. Anmeldung über Moodle mit dem Einschreibeschlüssel "Benedikt".
Im Laufe des Semesters wird die Abgabe von zwei bis drei kurzen schriftlichen Aufgaben erwartet. Abschließend ist die Anfertigung einer Proseminararbeit oder eines Essays möglich.
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