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Die Übung widmet sich grundlegenden Texten der evangelischen Seelsorgelehre aus einem Zeitraum von rund zweihundert Jahren. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit klassischen Positionen, die das seelsorgliche Denken in Theologie – sowie im Dialog mit Psychologie und Sozialwissenschaften – bis heute prägen. Die Übung bietet Gelegenheit, diese Texte gemeinsam zu lesen, ihre jeweiligen zeitgeschichtlichen Kontexte zu erschließen und zentrale Begriffe und Argumentationsmuster kritisch zu reflektieren. Dabei kommen unter anderem Schleiermachers Freiheitsverständnis, Entwürfe aus der Reformbewegung der Praktischen Theologie, religionspsychologische Zugänge, psychoanalytisch geprägte Perspektiven sowie kerygmatisch und systemisch orientierte Seelsorgekonzepte zur Sprache. Auch aktuelle Entwicklungen wie interkulturelle oder alltagsbezogene Seelsorge werden berücksichtigt. Ziel ist es, sowohl Traditionslinien als auch inhaltliche Brüche in der Entwicklung seelsorglicher Theoriebildung sichtbar zu machen und daraus Impulse für die eigene theologische Urteilsbildung zu gewinnen.
Die Übung bietet sich auch als Vorbereitung der in Kooperation mit dem Amt für Kirchliche Dienste angebotenen Klinischen Seelsorgeausbildung für Studierende an. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie beim Lehrstuhl für Praktische Theologie mit Schwerpunkt Homiletik, Liturgik und Kirchentheorie sowie unter: https://akd-ekbo.de/seelsorgeausbildung/programm/klinische-seelsorgeausbildung-fuer-studierende/ |